Gedanken zum Tag der Deutschen Einheit

 

 

 

Wir waren gefangen, eingesperrt, unfrei – Die Mauer schien unüberwindlich; wer sich ihr näherte wurde erschossen. Wie der Fehmarn Sund die Insel vom Festland trennt – da ist selbst der beste Schwimmer schnell am Ende. Manche versuchten einen Tunnel zu graben, andere bauten sich ein Fluggerät. Es schien unmöglich ins „gelobte Land“ zu kommen. Wir waren machtlos dem Regime ausgeliefert.

 

Die Bibel sagt, dass alle dem Herrscher dieser Welt unterstellt sind. Wir haben keine Chance dem zu entkommen. Alle sind Sünder (Sünde kommt von Sund und bedeutet Trennung von Gott) und genießen nicht das Leben, für das Gott uns erschaffen hat. Da ist ein unüberwindliches Hindernis, dass wir weder durchschwimmen, untergraben oder überfliegen können.

 

Als Jesus, der Sohn Gottes von uns ans Kreuz genagelt wurde und starb, zerriss der Vorhang im Tempel von oben nach unten. Der Weg ins Heiligtum wurde frei. Das haben nicht die Frommen Leute bewirkt, sondern Gott selber hat die Trennung beseitigt.

 

Viele haben an den Freitags- und Friedensgebeten in Leipzig, Dresden und überall in der Deutschen Demokratischen Republik teilgenommen. Gott hat sich über uns erbarmt und die Trennung aufgehoben. Die Mauer ist gefallen- wir wurden befreit! Was noch vor Tagen unmöglich schien wurde Wirklichkeit die Mauer verlor ihre Berechtigung, war wirkungslos. Es war plötzlich möglich eine Leiter anzustellen und hinüber zu klettern. Manch einer hat auf der Mauer getanzt. Und es war eine unglaubliche Freude unter den Menschen. Fremde nahmen sich in den Arm – man weinte vor Freude.

 

So eine Freude ist im Himmel, wenn sich jemand Gott anvertraut, und Jesus als Erretter annimmt. Die Sünde (Trennung) ist besiegt, wirkungslos, kann uns nicht mehr unterdrücken. Wir sind in Gottes Augen Heilige.

 

Dennoch, die Mauer war immer noch da... Die Mauer steht zwischen Ost und West – zwischen uns und Gott. Das Wissen um den Mauerfall hat für den keine Bedeutung, der in seinem Haus bleibt. Du musst Dich in den Trabbi setzen und auf den Weg in die Freiheit machen. Das Wissen um Gottes Liebe und Deine Befreiung macht Dich noch nicht frei. Du mußt selber „Ja“ sagen, und Dich auf den Weg machen.

 

Viele Leute haben einen großen Hammer genommen und die Mauer in Stücke gehauen. Weil Sie auch nicht mehr für uns Tot-bringend ist, kann sie auch weg. Besser ist das, wenn wir sie entsorgen.

 

Die Sünde, die jetzt keine Gewalt über uns hat, sollten wir auch ordnungsgemäß entsorgen. Jesus bietet sich an, sie uns abzunehmen und ins Meer zu werfen, da wo es am tiefsten ist.

 

Manche haben aber auch Hammer und Meißel genommen, ein Stück von der Mauer abgebrochen und es zu Hause in die Vitrine gesetzt.

 

Hebst Du noch ein paar Lieblingssünden auf ? Als Andenken, als Mahnmal ? Im Alten Testament hat Gott oft seinem Volk befohlen alle Feinde zu vernichten und nichts übrig zu lassen. Manch einer hat dann aber doch eine goldene Uhr oder ein hübsches Mädchen mit nach Hause genommen. Das machte Gott wütend.

 

Deine Sünde hat Jesus das Leben gekostet – heb doch bitte nicht ein Stück davon auf, um dich daran zu erfreuen. Gib alles Jesus für eine artgerechte Entsorgung, das mach Dich FREI!